28.05.2016 – Urlaub – endlich. Vor uns liegen 4 Wochen Entspannung, Erholung, Kultur…….

Ziel unserer Reise ist dieses mal Polen. Als erstes Zwischenziel, visieren wir wieder einmal den Campingplatz Flakensee in Woltersdorf (meiner alten Heimat) an.

Also, Türen zu, anschnallen, Motor an und los.

Bis kurz vor den Berliner Ring funktioniert alles soweit wie geschmiert und dann STAU. 3 Spuren wegen Bauarbeiten gesperrt (Arbeiter sieht man keine) und alles drückt auf den Standstreifen. Wir fahren die nächste Abfahrt ab und schlängeln uns über die Dörfer, plus einer Fähre (Schwielowsee) Richtung erstem Zwischenziel. Mit ca. 2 h Verspätung kommen wir hier an. Außer Abendbrot geht heute nichts mehr, wir sind einfach zu müde.

01.06.2016 – Ein paar Tage sind nun seit der letzten Eintragung vergangen. Wir haben uns ein wenig von meinen Eltern verwöhnen lassen, aber nun soll es weiter gehen. Das nächste Zwischenziel ist das Fischerdorf und Seebad Niechorze, welches an der polnischen Ostsee liegt und ca. 300 km von unserem jetzigen Standort entfernt ist. Bei schönstem Frühsommerwetter setzen wir uns in Bewegung. Über die A10 lassen wir Berlin schnell hinter uns und bewegen uns weiter auf der A11 Richtung Stettin und kommen unserem Ziel schnell näher. Nach ca. 4 h erreichten wir in Niechorze den CP Pomona. Der Campingplatz ist Familiengeführt und es wird teilweise deutsch gesprochen, falls es mit der Verständigung mal nicht klappt, wird alles durch Improvisation und Freundlichkeit wett gemacht. Auf Grund niedriger Belegung, konnten wir uns unsere Parzelle selbst aussuchen und diese dann auch schnell beziehen. Der CP eigene Kiosk hatte noch nicht geöffnet, so das wir noch schnell mit den Rädern (höchstens 5 min) zu einem kleinen Supermarkt fuhren um uns mit dem nötigsten einzudecken. Außerdem finden wir es immer sehr interessant landestypische Nahrungsmittel zu probieren. Überrascht haben uns dann doch die Preise…..für einen ganzen Rucksack voll zahlten wir gerade mal 5 € ! Gut gesättigt erkundigten wir nun die nähere Umgebung und den nahe gelegenen Strand. So ging der Tag schnell vorbei.

02.06.2016 – Außer, das wir den in Sichtweite entfernten Leuchtturm bestiegen, war heute nichts weiter los. Der Ausblick war aber grandios und kann absolut empfohlen werden.  Zurück auf dem CP kämpfte ich mit einer polnischen Prepaidkarte, welche ich mir gestern gekauft hatte, aber mit Hilfe der CP Besitzer klappte es dann auch. Das ich mir die falsche gekauft hatte, bemerkte ich erst später, aber bei den Preisen ist das nicht wirklich schlimm.

03.06.2017 – Heute mal Strandtag. Wichtig für uns, eine Strandmuschel, denn der Wind blies dauernd und war auch nicht wirklich warm. Aber geschützt vor dem Wind war es an dem fast menschenleeren Strand traumhaft. Mutig wie ich bin, versuchte ich auch mal zu baden, aber brach dies schnell wieder ab. Die Ostsee war eiskalt. Also nichts für mich 🙂Zurück vom Strand fuhren wir noch in den Ort Niechorze, suchten uns eines der vielen Eiscafe´s aus und beobachteten bei Eis und Cappucchino das rege Treiben der Leute. Nur zur Anmerkung und das war ein Tipp unserer Gastgeber, Niechorze wird zu den polnischen Sommerferien richtig voll, also wenn man Ruhe genießen möchte, fährt man dort am besten vor oder nach den Ferien hin. Am frühen Abend kauften wir noch einmal ein um unsere Vorräte aufzufrischen. Dieses mal ein anderer Supermarkt, aber auch in  der Nähe. Mit dem Rad höchstens 7 Minuten.

04.06.2017 – Letzter Tag in Niechorze und noch einmal eine gute Gelegenheit einen längeren Fußmarsch zu unternehmen. So schlenderten wir also durch den kompletten Ort. Schauten in den ein oder anderen Laden hinein, wobei die Bekleidungsgeschäfte nicht sehr spektakulär sind. Am Ortsende gingen wir dann an den Strand und liefen dort ein ganzes Stück Richtung CP zurück. Zurück am Wohnmobil bereiteten wir alles für die morgige Fahrt vor, aßen noch etwas und ließen den Tag in Ruhe ausklingen.

05.06.2016 Ausgeruht und tiefenentspannt setzen wir unsere Reise Richtung Danzig fort. In Danzig angekommen und Dank Navi, welches uns gut durch die Stadt lotste, erreichten wir den Campingplatz Stogi. Wir wurden freundlich empfangen und direkt auf einen Platz eingewiesen. Hier sollte man sein Wohnmobil schon kennen und bewegen können, denn es war sehr beengt und auf relativ kleinem Platz tummelten sich etliche Wohnmobile. Aber um das vorweg zu nehmen, für einen Besuch von Danzig ideal. Nachdem wir also alles auf dem CP erledigt hatten, gingen wir noch zum nahe gelegenen Stadtstrand und genossen die Abendsonne und das Rauschen der Ostsee.

06.06.2016 – Nach einem gemütlichen Frühstück gingen wir dann zur nahe gelegenen Straßenbahnhaltestelle Stogi Plaza und fuhren von hier direkt mit der Linie 8 in das Zentrum von Danzig. Nach ungefähr 23 min Fahrt erreichten wir die Haltestelle Brama Wyzynna. Die Haltestelle wurde uns von der Rezeption als Ausgangspunkt für die Stadtbesichtigung genannt und war auch ideal. Von hier aus kommt man nach ein paar Minuten in die geschichtsträchtige Innenstadt. Was ich im Vorfeld anmerken muss, montags haben viele Museen geschlossen, andererseits ist die Stadt dann viel leerer und man kann zumindest vieles von außen betrachten und ungestört fotografieren. Ich will auch gar nicht weiter auf die vielen Sehenswürdigkeiten eingehen, macht euch selbst ein Bild……..es lohnt sich. Nur eine Empfehlung, der Glockenturm der Marienkirche ist begehbar. Von hier aus hat man eine phantastische Aussicht über ganz Danzig. Nach einigen Stunden meldete sich dann der Hunger und wir aßen im Café Bistro Mariacka traumhaft gut zu Mittag. (wirklich empfehlenswert) Gut gestärkt schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt, entschlossen uns aber, auf Grund der vielen geschlossenen Museen am morgigen Tag nochmals her zu kommen.

07.06.2016 – Heute wieder, bei strahlendem Sonnenschein in Danzig. Erste Anlaufstation war das Uphagenhaus. Hier fühlt man sich in das 17 Jh. zurück geworfen. Absolut sehenswert. Dann weiter durch die Stadt, in die Ecken die wir gestern ausgelassen haben. Zu Mittag speisten wir dieses mal in einem italienischen Restaurant. Restaurante La Cucina. (ebenfalls sehr empfehlenswert). Nach der Rückfahrt zum Stogi Plaza, gingen wir noch an den Strand und genossen die Sonne.

08.06.2016 – Wie schon gestern angesprochen geht es heute nach Marienburg und wir sind schon sehr gespannt was uns dort erwartet. Da sich das Wetter gestern Abend wieder verschlechtert hatte, haben wir auch schon alles eingeladen und somit geht es morgens nach dem Frühstück schnell voran und schon sind wir unterwegs. Da wir es bis zum nächsten Ziel auch nicht so weit haben, meiden wir heute die Autobahn und lassen uns treiben. Nach ca. 60 km kommen wir auf dem Campingplatz Nad Stawem in Marienburg an. Der Campingplatz ist fast verwaist aber sehr schön angelegt. Sanitäreinrichtungen sind gut und sauber. Von hier aus sieht man schon die imposante Erscheinung der Marienburg. Nachdem alles angeschlossen ist und wir noch in Ruhe einen Kaffee getrunken haben, laufen wir über eine nahegelegene Holzbrücke zum Eingang der Marienburg (10 min. Fußweg ganz gemütlich). Mit einem Audioguide (deutsch) bewaffnet beginnen wir unseren Rundgang außerhalb der Mauern. Der Audioguide ist GPS gesteuert und man fühlt sich in die über 700 jährige Geschichte der Marienburg, des Deutschordens und polnischen Könige zurückversetzt. Wir sind begeistert, da es an Hand der tollen Erklärungen, welche einem Hörspiel gleich kommen, nie langweilig wird. Jedenfalls können wir nach ca. 5 h sagen, die Marienburg sollte für jeden der hier vorbei kommt ein absolutes MUSS sein. Nach dem Rundgang machen wir noch einen kleinen Abstecher in die Stadt, essen etwas und füllen unsere Vorräte in einem ortsansässigen Kaufland auf. Voll bepackt treten wir den Rückmarsch an und werden noch von einem heftigen Gewitter überrascht. Nach der Ankunft wird noch für den heutigen Tag gezahlt, denn morgen soll es zeitig weitergehen.

09.06.2016 – Guten Morgen…..die Sonne lacht und wir machen uns wieder auf Achse. Ziel heute der Campingplatz Camp Park Sonata in den Masuren. Die heutige Tagesstrecke beträgt ca. 220 km. Eigentlich ein Katzensprung, aber wir rechneten nicht mit den dann doch immer schlechter werdenden Straßenverhältnissen, so dass wir erst am späten Nachmittag ankamen. Wie überall in Polen wurden wir sehr freundlich empfangen. Der Betreiber ist deutschsprachig. Von der Rezeption/Gaststätte ging es noch ein paar Meter weiter und schon waren wir auf einem wunderschönen naturbelassenem Platz, direkt an einem See. Nach kurzer Begutachtung fanden wir einen schönen Platz und machten es und gemütlich. Zum Essen gingen wir in die kleine Gaststätte und aßen das erste mal in unserem Leben Sauerampfersuppe. Wir waren beide total begeistert. Auch die Speiseauswahl war gut, so dass wir hier nicht das letzte mal essen waren. Müde aber satt liefen wir dann zurück und fielen ins Bett.

13.06.2016 – Von den letzten Tagen gibt es nicht viel zu berichten, außer dass wir völlig entspannt in den Tag lebten. Da heute aber laut Wetterbericht das Wetter wieder etwas besser sein soll, entschließen wir uns zu einer kleinen Kanutour. Die Boote liegen am Campingplatzeigenen Ufer und können nach Rücksprache mit dem Betreiber genutzt werden. Also stechen wir in See…..und paddeln stundenlang, bei fast windstillen sonnigen Wetter kreuz und quer über den See. Als sich die ersten Wolken am Horizont zeigen und der Wind die ersten kleinen Wellen vor sich hertreibt, machen wir uns auf den Rückweg.

16.06.2016 – Nachdem die letzten beiden Tage wieder relaxen angesagt war, stand heute der Geburtstag von Ines an. Früh am morgen nahm mich ein Campingnachbar in die nächste größere Stadt mit, wo ich Kuchen und Blumen kaufte. Nach meiner Ankunft war die Freude groß 🙂 …..Überraschung gelungen. Trotz allem war für morgen die Weiterfahrt geplant und das hieß packen, denn auch der Wetterbericht sagte für morgen Regen an. So konnten wir also auch alles trocken verstauen.

17.062016 – Heute liegen ca. 300 km vor uns. Da es regnet fällt der Abschied nicht schwer. Schnell wird sich noch von unseren Nachbarn verabschiedet und schon geht es los. Ziel ist in Torun – Camping Tramp. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend, bis wir in ein riesiges Unwetter fahren. Gewitter, Sturm und Starkregen. Nachdem irgendetwas (vermutlich ein Ast) auf unserem Fahrzeug einschlägt bleiben wir stehen. Wir sehen vor Regen nichts mehr und wir werden heftig vom Wind durchgeschüttelt. Nach 15 min ist der Spuk wieder vorbei, aber die Straße kaum noch passierbar. Immer wieder müssen wir anhalten und mit vereinten Kräften (viele polnische Autofahrer) die Äste und Bäume von der Straße ziehen. Man will sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn wir weiter gefahren wären. Jedenfalls brauchen wir für 20 km ca. 3 h und kamen nach insgesamt 7 h in Torun an. Auch hier hatte sich der Sturm ausgetobt und Bäume umgeknickt. Ansonsten verlief die Anmeldung schnell und wir waren froh, heil angekommen zu sein.

18.06.2016 Da wir gestern früh im Bett waren, fiel das Aufstehen heute nicht schwer und so gingen wir zeitig in die Innenstadt von Torun um dort erst einmal zu frühstücken. Schnell war ein schönes Restaurant/Café gefunden und wir verwöhnten uns mit einem leckeren Frühstück. Torun, ebenfalls ehemalige Deutschorden Stadt hat strotz vor mittelalterlichen Gebäuden und ist zum Großteil wunderschön erhalten und restauriert. So verbrachten wir hier noch einige Stunden um gegen Mittag den Rückweg anzutreten und Richtung Biskupice zum Campingplatz Wigwam Camping Nr. 45 Poznań weiter zu reisen. Bis dorthin waren es ca. 130 km, welche wir diesmal schnell und unkompliziert abspulten. Der Campingplatz liegt sehr ruhig vor den Toren von Posen. Die Sanitäranlagen sind zweckmäßig und sauber.

19.06.2016 – Geplant war heute direkt nach Posen zu fahren um dort auf dem Campingplatz Malta ein paar Tage zu verbringen. Aber, eine große Schraube im rechten Vorderrad machte diese Planung zu nichte. Es schien so, als ob der Reifen keine Luft verlor, aber eine Weiterfahrt war so nicht möglich. Da in Polen auch viele Geschäfte am Sonntag geöffnet haben, fragte ich beim Platzbetreiber nach, ob und wo ich Hilfe erhalten könne. leider ohne Erfolg. Im Nachbarort gab es zwar einen Euromaster, dieser hatte aber heute zu. So verlängerte ich also meinen Aufenthalt um einen Tag. 2 Stunden später kam der Platzbetreiber zu uns und fragte, ob wir noch genug Lebensmittel haben, da er noch einkaufen geht. Da wir nicht wirklich viel da hatten, fragten wir ob er uns mitnehmen würde…..was für ihn überhaupt kein Problem darstellte. Und wieder waren wir über die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft begeistert.

20.06.2016 – Pünktlich 08:00 Uhr wurden wir von unserem Platzbetreiber abgeholt und wir fuhren mit unserem Wohnmobil zum Euromaster, wo man den Reifen problemlos reparierte. Während der Reparatur entschieden wir uns, weil wir uns auch wohl fühlten, auf dem Platz zu bleiben. Und so fuhren wir wieder zurück. Gegen 10:00 Uhr wurden wir von meinem Onkel, der schon einige Zeit mit seiner lieben Gattin in Posen lebt, abgeholt. So hatten wir also eine private Führung durch Posen und waren auch sehr lecker essen (polnische Mehlsuppe). Leider ging der Tag viel zu schnell vorbei.

21.06.2016 – Der letzte Stopp vor unserer Rückreise nach Deutschland ist in Pietrzykow – Camping Stary Folwark. So machen wir uns also auf den Weg und kamen nach Zwischenhalten in Roscice und Grotow am späten Nachmittag auf dem Campingplatz an. Da er ein wenig versteckt auf einem großen Anwesen lag mussten wir erst suchen, aber waren dann glücklich dort untergekommen zu sein. Direkt an einem kleinen Teich auf einer Wiese. Schnell wurde sich für das Camping und Abendbrot angemeldet (individuelle Wünsche werden gern erfüllt) , um noch die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. So schlenderten wir noch gemütlich über das große Anwesen und schauten uns alles in Ruhe an. Das Abendbrot war traumhaft gut und wie schon so oft im Urlaub fielen wir satt und glücklich in die Federn.

22.06.2016 – Beim Frühstück trafen wir den Besitzer des Anwesens an, welcher mit uns eine Führung über das riesen Gelände aus Pferdekoppeln und Ställen, Gästehäusern, Reithalle usw. machte. Toll. Das nennt man Gastfreundschaft 🙂 2 Stunden später als geplant traten wir dann unsere Rückreise an, die wir aber unterwegs schnell umdisponierten, um noch bei den Eltern meiner Frau in Chemnitz zu halten.

 

Fazit:
Polen als Urlaubs- und Campingland empfanden wir als traumhaft und absolut empfehlenswert. Es gab nie eine Situation in der wir uns unwohl fühlten. Jeder der Campingplätze, ob modern oder schon etwas älter war sauber, gepflegt und versprühte seinen eigenen Charme. Preislich ist Polen natürlich eine Ansage. Günstiger haben wir noch nie Urlaub gemacht. Es war definitiv nicht unserer letzte Reise nach Polen !

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